Sobi Rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis

Autoinflammatorisch-rheumatologische Erkrankungen

Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen mit autoinflammatorisch-rheumatologischen Erkrankungen eine frühestmögliche Therapie erhalten, um ihnen eine höchstmögliche Lebensqualität zu sichern.

 

Klassifikation immunologischer Erkrankungen1

Die Klassifikation immunologischer Erkrankungen.

 

Rheumatoide Arthritis (RA)

 

Die rheumatoide Arthritis (RA) ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke mit einem chronisch-fortschreitenden Verlauf. In Österreich sind rund ca. 0,8 % (0,3–1 %) der erwachsenen Bevölkerung (= ca. 64.000) davon betroffen. An der rheumatoiden Arthritis erkranken Frauen dreimal häufiger als Männer.2 Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten – dennoch sind die meisten Patienten bei Erkrankungsbeginn zwischen 50 und 70 Jahre alt.3,4 Die Anzahl der Neuerkrankungen liegt bei ca. 20–30 je 100.000 Männern und 40–60 je 100.000 Frauen pro Jahr.4

Die Ursachen und Auslöser der rheumatoiden Arthritis sind vielseitig und noch nicht vollständig erforscht. Mögliche Faktoren, die eine Entwicklung der rheumatoiden Arthritis fördern können, sind u. a.:4,5

  • Fehlregulation des Immunsystems,
  • Erbliche Veranlagung,
  • Lebensführung, z. B. Rauchen, ungesunde Ernährung und damit bedingtes Übergewicht,
  • Infektionen, die z. B. chronische Darmerkrankungen auslösen,
  • Ablagerung von Giftstoffen in Gelenken.

Die Erkrankung beginnt häufig schleichend mit systemischen sowie Gelenksymptomen und entwickelt sich unbehandelt progressiv. Typische Symptome der rheumatoiden Arthritis in der Anfangsphase sind:2,4

  • Gelenkschmerzen und -schwellungen,
  • Morgensteifigkeit der Gelenke (> 30 Minuten),
  • Allgemeines Krankheitsgefühl (z. B. Schwächegefühl, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, gelegentlich leichtes Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiß).

Die Krankheit kann mild bis mittelschwer ausgeprägt sein. Sie verläuft bei nur 10 % bis 15 % der Erkrankten aggressiv. In diesen Fällen entwickeln die Patienten persistierende Gelenkabnormalitäten, die typischerweise symmetrisch auftreten und zu Bewegungseinschränkungen führen können.5

Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung: Durch eine Störung der Immunregulation und eine Überproduktion von proinflammatorischen Zytokinen entzünden sich die Gelenke, schwellen an und werden druckempfindlich. Die Knorpelzellen in den Gelenken werden zunehmend zerstört. Zusätzlich verstärken die Immunzellen die Bildung und Aussonderung von Zytokinen, wie z. B. TNF-α und IL-1. Neben den entzündeten Gelenken können auch andere Organsysteme (z. B. Herz, Lunge, Augen) betroffen sein. Somit leiden etwa 80 % der Patienten mit rheumatoider Arthritis an Begleiterkrankungen. Von besonderer Bedeutung sind kardiovaskuläre und pulmonale Komorbiditäten, Infektionen, Depression und Osteoporose.6

 

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die Therapie erfahren

 

Verlauf

 

Der Verlauf der unbehandelten rheumatoiden Arthritis ist sehr individuell und lässt sich kaum vorhersagen. Die Erkrankung kann schleichend beginnen, jahrelang auf einige wenige Gelenke beschränkt bleiben und die Entzündungsphasen können schubartig verlaufen. Ein Schub kann mehrere Wochen bis mehrere Monate andauern; zwischen den Schüben sind die Betroffenen nahezu beschwerdefrei.2, 3

Nur bei ca. 10 % bis 15 % der Erkrankten verläuft die rheumatoide Arthritis sehr aggressiv und es kann unbehandelt zur starken Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit, Gelenkversteifung und -verformung bis hin zur Unbeweglichkeit und Invalidität kommen.5

Der progressive und aggressive Krankheitsverlauf kann durch einen frühzeitigen Behandlungsbeginn und eine gezielte Therapie verhindert werden.7

 

Symptome

 

Die rheumatoide Arthritis befällt als chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung – meist symmetrisch – vor allem die von der Körpermitte entfernten (stammfernen) Gelenke (z. B. Fingergrund- und Fingermittelgelenke, Handgelenke). Neben diesen kleinen Gelenken können sich auch Sehnenscheiden entzünden und anschwellen sowie mittlere und große Gelenke (z. B. Schulter-, Ellenbogen-, Hüft- und Kniegelenke) und die Schleimbeutel betroffen sein.2, 5

Viele Patienten berichten über Müdigkeit, Erschöpfung, leichtes Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder Muskelschmerzen, die vor oder parallel zu den Gelenkbeschwerden auftreten. Bei etwa 20 % der Betroffenen zeigen sich Rheumaknoten.2, 4

Da die ersten Anzeigen von rheumatoider Arthritis oft schwer zu erfassen sind, wird die Diagnose häufig noch immer viel zu spät gestellt. Mit Rheuma-Check steht ein wissenschaftlich geprüfter Fragebogen zur Verfügung, um ein hohes Risiko für die rheumatoide Arthritis rechtzeitig zu erkennen. Je eher die Diagnose gestellt wird, desto eher kann die Behandlung eingeleitet werden. Dies verbessert entscheidend den Krankheitsverlauf.8

 

Diagnose

 

Die Diagnose der rheumatoiden Arthritis erfolgt anhand der Kriterien des ACR (American College of Rheumatology)9 und setzt sich aus verschiedenen Einzelbefunden zusammen. Dabei sind besonders wichtig10:

  • Die Krankengeschichte (Anamnese),
  • Die körperliche Untersuchung,
  • Die Blutuntersuchung und
  • Die Röntgenaufnahmen.

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung wird der gesamte Bewegungsapparat auf Druck- und Bewegungsschmerz sowie Muskelkraft untersucht. Klinisch richtungsweisende Befunde für die Verdachtsdiagnose einer rheumatoiden Arthritis sind:   

  • Mehr als 2 betroffene Gelenke seit ≥ 6 Wochen,
  • Symmetrische Arthritis an mehreren stammfernen Gelenken,
  • Morgensteifigkeit ≥ 60 Minuten.

Zu den richtungsweisenden Blutuntersuchungen zählen:

Ein wichtiger Hinweis zur Diagnose der rheumatoiden Arthritis über die Blutanalyse:

Der einzelne Blutwert für sich ist nicht sehr aussagekräftig. So ist z. B. der Rheumafaktor nicht bei allen Betroffenen nachweisbar. Die sichere Diagnose wird erst über die Kombination aller Krankheitszeichen ermöglicht.

Um die Diagnose einer rheumatoiden Arthritis zu sichern und den Zustand der Gelenke zu beurteilen, werden verschiedene bildgebende Verfahren eingesetzt, z. B. Röntgen-, Ultraschall- und Kernspinuntersuchungen.

Weil eine frühe Diagnose für den Therapieerfolg wichtig ist, bieten einige rheumatologische Praxen und Zentren Frühdiagnose-Sprechstunden an. Die Rheumalandkarte für Österreich informiert zu diesen Rheuma-Spezialisten.

 

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Therapieoptionen

 

Je eher die Therapie eingeleitet wird und somit die Dauer der entzündlichen Erkrankung begrenzt wird, desto mehr steigen die Chancen auf einen optimalen Therapieerfolg. Das therapeutische Fenster (window of opportunity) für einen optimalen Therapiebeginn ist 12 bis 16 Wochen nach Krankheitsbeginn. Doch die Realität in Österreich zeigt, dass vom Beginn der Erkrankung bis zur Erstvorstellung beim Rheumatologen bereits durchschnittlich 21 Monate vergehen.

Patienten, die nicht adäquat therapiert werden, haben auf Grund der chronischen systemischen Entzündung ein erhöhtes Risiko für kardiologische Erkrankungen (Arteriosklerose) und metabolische Stoffwechselerkrankungen, wie z. B. Diabetes Typ 2.

Dank der heute zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden und -strategien (S2e-Leitlinie) können viele Rheumapatienten trotz ihrer chronisch-entzündlichen Erkrankung ein weitestgehend uneingeschränktes Leben führen. Die Erkrankung ist dann in sogenannter Remission.

Um die Remission schnellstmöglich zu erreichen, empfehlt die aktuelle S2e-Leitlinie eine gezielte Therapie (Treat-to-Target). Unmittelbar nach Diagnosestellung wird die Therapie mit speziellen Basismedikamenten (DMARDs) begonnen. Durch eine regelmäßige Kontrolle der Krankheitsaktivität wird sichergestellt, dass bei mangelnder Besserung eine rasche Therapieanpassung vorgenommen wird.7

Bei rheumatoiden Arthritis kommen die nachfolgenden Basistherapien zum Einsatz7:

  • Synthetische, krankheitsmodifizierend wirkende Medikamente (sDMARD),
  • Biologische, krankheitsmodifizierend wirkende Medikamente (bDMARD), z. B. TNF-Inhibitoren, IL-6-Rezeptor-Inhibitoren, Anti-CD20-Antikörper, Anti-CTLA-4-Antikörper,
  • Synthetische, gezielt krankheitsmodifizierend wirkende Medikamente (tsDMARD), z. B. JAK-Inhibitoren.

Durch eine Kombination dieser verschiedenen Basistherapien können noch bessere Therapieergebnisse erzielt werden.7

Da die chronisch-entzündliche Erkrankung der rheumatoiden Arthritis den gesamten Körper erfasst, kann bei Vorliegen von Komorbiditäten und IL-1 getriggerten, autoinflammatorischen Symptomen auch ein IL-1-Rezeptorantagonist (bDMARD) zur Therapie eingesetzt werden.

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung gibt es verschiedene unterstützende Maßnahmen, die zu einer Verbesserung des Allgemeinzustandes beitragen können. Beispiele dafür sind:

  • Ernährung/Ernährungsumstellung,
  • Physiotherapie,
  • Sport,
  • Akkupunktur,
  • Massagen,
  • Orthopädische Gelenkunterstützung,
  • Ruhe und Stressabbau.

 

Weitere Informationen/Was Patienten selbst tun können

Quellenangaben: Rheumatoide Arthritis

Rheumatoide Arthritis

Autoinflammatorisch-rheumatologische Erkrankungen

Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen mit autoinflammatorisch-rheumatologischen Erkrankungen eine frühestmögliche Therapie erhalten, um ihnen eine höchstmögliche Lebensqualität zu sichern.

 

Klassifikation immunologischer Erkrankungen1

Die Klassifikation immunologischer Erkrankungen.

 

Rheumatoide Arthritis (RA)

 

Die rheumatoide Arthritis (RA) ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke mit einem chronisch-fortschreitenden Verlauf. In Österreich sind rund ca. 0,8 % (0,3–1 %) der erwachsenen Bevölkerung (= ca. 64.000) davon betroffen. An der rheumatoiden Arthritis erkranken Frauen dreimal häufiger als Männer.2 Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten – dennoch sind die meisten Patienten bei Erkrankungsbeginn zwischen 50 und 70 Jahre alt.3,4 Die Anzahl der Neuerkrankungen liegt bei ca. 20–30 je 100.000 Männern und 40–60 je 100.000 Frauen pro Jahr.4

Die Ursachen und Auslöser der rheumatoiden Arthritis sind vielseitig und noch nicht vollständig erforscht. Mögliche Faktoren, die eine Entwicklung der rheumatoiden Arthritis fördern können, sind u. a.:4,5

  • Fehlregulation des Immunsystems,
  • Erbliche Veranlagung,
  • Lebensführung, z. B. Rauchen, ungesunde Ernährung und damit bedingtes Übergewicht,
  • Infektionen, die z. B. chronische Darmerkrankungen auslösen,
  • Ablagerung von Giftstoffen in Gelenken.

Die Erkrankung beginnt häufig schleichend mit systemischen sowie Gelenksymptomen und entwickelt sich unbehandelt progressiv. Typische Symptome der rheumatoiden Arthritis in der Anfangsphase sind:2,4

  • Gelenkschmerzen und -schwellungen,
  • Morgensteifigkeit der Gelenke (> 30 Minuten),
  • Allgemeines Krankheitsgefühl (z. B. Schwächegefühl, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, gelegentlich leichtes Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiß).

Die Krankheit kann mild bis mittelschwer ausgeprägt sein. Sie verläuft bei nur 10 % bis 15 % der Erkrankten aggressiv. In diesen Fällen entwickeln die Patienten persistierende Gelenkabnormalitäten, die typischerweise symmetrisch auftreten und zu Bewegungseinschränkungen führen können.5

Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung: Durch eine Störung der Immunregulation und eine Überproduktion von proinflammatorischen Zytokinen entzünden sich die Gelenke, schwellen an und werden druckempfindlich. Die Knorpelzellen in den Gelenken werden zunehmend zerstört. Zusätzlich verstärken die Immunzellen die Bildung und Aussonderung von Zytokinen, wie z. B. TNF-α und IL-1. Neben den entzündeten Gelenken können auch andere Organsysteme (z. B. Herz, Lunge, Augen) betroffen sein. Somit leiden etwa 80 % der Patienten mit rheumatoider Arthritis an Begleiterkrankungen. Von besonderer Bedeutung sind kardiovaskuläre und pulmonale Komorbiditäten, Infektionen, Depression und Osteoporose.6

 

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Verlauf

 

Der Verlauf der unbehandelten rheumatoiden Arthritis ist sehr individuell und lässt sich kaum vorhersagen. Die Erkrankung kann schleichend beginnen, jahrelang auf einige wenige Gelenke beschränkt bleiben und die Entzündungsphasen können schubartig verlaufen. Ein Schub kann mehrere Wochen bis mehrere Monate andauern; zwischen den Schüben sind die Betroffenen nahezu beschwerdefrei.2, 3

Nur bei ca. 10 % bis 15 % der Erkrankten verläuft die rheumatoide Arthritis sehr aggressiv und es kann unbehandelt zur starken Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit, Gelenkversteifung und -verformung bis hin zur Unbeweglichkeit und Invalidität kommen.5

Der progressive und aggressive Krankheitsverlauf kann durch einen frühzeitigen Behandlungsbeginn und eine gezielte Therapie verhindert werden.7

 

Symptome

 

Die rheumatoide Arthritis befällt als chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung – meist symmetrisch – vor allem die von der Körpermitte entfernten (stammfernen) Gelenke (z. B. Fingergrund- und Fingermittelgelenke, Handgelenke). Neben diesen kleinen Gelenken können sich auch Sehnenscheiden entzünden und anschwellen sowie mittlere und große Gelenke (z. B. Schulter-, Ellenbogen-, Hüft- und Kniegelenke) und die Schleimbeutel betroffen sein.2, 5

Viele Patienten berichten über Müdigkeit, Erschöpfung, leichtes Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder Muskelschmerzen, die vor oder parallel zu den Gelenkbeschwerden auftreten. Bei etwa 20 % der Betroffenen zeigen sich Rheumaknoten.2, 4

Da die ersten Anzeigen von rheumatoider Arthritis oft schwer zu erfassen sind, wird die Diagnose häufig noch immer viel zu spät gestellt. Mit Rheuma-Check steht ein wissenschaftlich geprüfter Fragebogen zur Verfügung, um ein hohes Risiko für die rheumatoide Arthritis rechtzeitig zu erkennen. Je eher die Diagnose gestellt wird, desto eher kann die Behandlung eingeleitet werden. Dies verbessert entscheidend den Krankheitsverlauf.8

 

Diagnose

 

Die Diagnose der rheumatoiden Arthritis erfolgt anhand der Kriterien des ACR (American College of Rheumatology)9 und setzt sich aus verschiedenen Einzelbefunden zusammen. Dabei sind besonders wichtig10:

  • Die Krankengeschichte (Anamnese),
  • Die körperliche Untersuchung,
  • Die Blutuntersuchung und
  • Die Röntgenaufnahmen.

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung wird der gesamte Bewegungsapparat auf Druck- und Bewegungsschmerz sowie Muskelkraft untersucht. Klinisch richtungsweisende Befunde für die Verdachtsdiagnose einer rheumatoiden Arthritis sind:   

  • Mehr als 2 betroffene Gelenke seit ≥ 6 Wochen,
  • Symmetrische Arthritis an mehreren stammfernen Gelenken,
  • Morgensteifigkeit ≥ 60 Minuten.

Zu den richtungsweisenden Blutuntersuchungen zählen:

Ein wichtiger Hinweis zur Diagnose der rheumatoiden Arthritis über die Blutanalyse:

Der einzelne Blutwert für sich ist nicht sehr aussagekräftig. So ist z. B. der Rheumafaktor nicht bei allen Betroffenen nachweisbar. Die sichere Diagnose wird erst über die Kombination aller Krankheitszeichen ermöglicht.

Um die Diagnose einer rheumatoiden Arthritis zu sichern und den Zustand der Gelenke zu beurteilen, werden verschiedene bildgebende Verfahren eingesetzt, z. B. Röntgen-, Ultraschall- und Kernspinuntersuchungen.

Weil eine frühe Diagnose für den Therapieerfolg wichtig ist, bieten einige rheumatologische Praxen und Zentren Frühdiagnose-Sprechstunden an. Die Rheumalandkarte für Österreich informiert zu diesen Rheuma-Spezialisten.

 

Sobi Information

Mehr über
die Symptome erfahren

 

Therapieoptionen

 

Je eher die Therapie eingeleitet wird und somit die Dauer der entzündlichen Erkrankung begrenzt wird, desto mehr steigen die Chancen auf einen optimalen Therapieerfolg. Das therapeutische Fenster (window of opportunity) für einen optimalen Therapiebeginn ist 12 bis 16 Wochen nach Krankheitsbeginn. Doch die Realität in Österreich zeigt, dass vom Beginn der Erkrankung bis zur Erstvorstellung beim Rheumatologen bereits durchschnittlich 21 Monate vergehen.

Patienten, die nicht adäquat therapiert werden, haben auf Grund der chronischen systemischen Entzündung ein erhöhtes Risiko für kardiologische Erkrankungen (Arteriosklerose) und metabolische Stoffwechselerkrankungen, wie z. B. Diabetes Typ 2.

Dank der heute zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden und -strategien (S2e-Leitlinie) können viele Rheumapatienten trotz ihrer chronisch-entzündlichen Erkrankung ein weitestgehend uneingeschränktes Leben führen. Die Erkrankung ist dann in sogenannter Remission.

Um die Remission schnellstmöglich zu erreichen, empfehlt die aktuelle S2e-Leitlinie eine gezielte Therapie (Treat-to-Target). Unmittelbar nach Diagnosestellung wird die Therapie mit speziellen Basismedikamenten (DMARDs) begonnen. Durch eine regelmäßige Kontrolle der Krankheitsaktivität wird sichergestellt, dass bei mangelnder Besserung eine rasche Therapieanpassung vorgenommen wird.7

Bei rheumatoiden Arthritis kommen die nachfolgenden Basistherapien zum Einsatz7:

  • Synthetische, krankheitsmodifizierend wirkende Medikamente (sDMARD),
  • Biologische, krankheitsmodifizierend wirkende Medikamente (bDMARD), z. B. TNF-Inhibitoren, IL-6-Rezeptor-Inhibitoren, Anti-CD20-Antikörper, Anti-CTLA-4-Antikörper,
  • Synthetische, gezielt krankheitsmodifizierend wirkende Medikamente (tsDMARD), z. B. JAK-Inhibitoren.

Durch eine Kombination dieser verschiedenen Basistherapien können noch bessere Therapieergebnisse erzielt werden.7

Da die chronisch-entzündliche Erkrankung der rheumatoiden Arthritis den gesamten Körper erfasst, kann bei Vorliegen von Komorbiditäten und IL-1 getriggerten, autoinflammatorischen Symptomen auch ein IL-1-Rezeptorantagonist (bDMARD) zur Therapie eingesetzt werden.

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung gibt es verschiedene unterstützende Maßnahmen, die zu einer Verbesserung des Allgemeinzustandes beitragen können. Beispiele dafür sind:

  • Ernährung/Ernährungsumstellung,
  • Physiotherapie,
  • Sport,
  • Akkupunktur,
  • Massagen,
  • Orthopädische Gelenkunterstützung,
  • Ruhe und Stressabbau.

 

Weitere Informationen/Was Patienten selbst tun können

Quellenangaben: Rheumatoide Arthritis